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Smart Specialisation

Smart Specialisation made in Saxony

Dreieck mit den drei Achsen Wirtschaft, Schlüsseltechnologien und Zukunftsfelder, das die Art der Identifizierung von Bereichen der intelligenten Spezialisierung in Sachsen verdeutlicht.

(© SMWA)

Die »intelligente Spezialisierung« (smart specialisation) des Freistaates Sachsen ist Ergebnis eines Strategiebildungsprozesses, dem umfangreiche Analysen und eine intensive Beteiligung diverser Stakeholder zugrunde liegen. Breiter Konsens bestand in den folgenden Punkten:

  • Sachsen besitzt eine breite Industriebasis mit einer langen Industrietradition;
  • Sachsens Stärke liegt in der vielfältigen FuE-Landschaft;
  • Eine zu starke Fokussierung auf die Gegenwart ist bei der Dynamik, die Innovationen auszeichnet, nicht zielführend für eine Spezialisierung. Sachsen muss den Blick in die Zukunft richten;
  • Innovationen entstehen zunehmend durch die Zusammenarbeit über Branchen- bzw. Technologiefeldgrenzen hinweg (Beispiel: Mikroelektronik hat bei ca. 60 % der Innovationen in der Automobilindustrie eine tragende Rolle gespielt).

Auf dieser Grundlage entstand der sächsische Ansatz der »intelligenten Spezialisierung«. Achse A der obenstehenden Abbildung spiegelt die Schlüsseltechnologien (Key Enabling Technologies – KETs) wider, in denen Sachsen besondere Stärken besitzt (z. B. Mikroelektronik, Neue Materialien, Fortgeschrittene Produktionstechnologien). Achse B stellt die traditionellen Branchen dar. Sie sind das Fundament des sächsischen Wirtschaftssystems. Zu diesem Bereich gehören insbesondere innovationsstarke Branchen wie der Maschinenbau, der Fahrzeugbau und die Elektrotechnik. Achse C repräsentiert erfolgsversprechende Zukunftsthemen mit einem hohen Wachstumspotenzial.

An den Schnittstellen der Verbindungslinien dieser Achsen (schematisch symbolisiert mit Diamanten) sind zukunftsträchtige Innovations- und Wachstumsfelder mit anspruchsvollen Forschungsthemen und einem vielversprechenden Marktpotenzial zu erwarten. Innovationen entstehen in zunehmendem Maße an diesen Schnittstellen. Manche der Schnittstellen sind seit Jahren erkennbar, wie z. B. die Schnittstelle Maschinenbau/Fahrzeugbau und Mikroelektronik, andere wiederum beginnen erst, sich zu etablieren, wie z. B. Bioengineering als Kombination der ingenieurtechnischen Kompetenzen – einer Stärke Sachsens – und des hervorragenden biotechnologischen Wissens. Die Herausbildung und Entwicklung dieser »Diamanten« ist Kern des sächsischen Ansatzes der »intelligenten Spezialisierung«. Der Freistaat Sachsen wird die Akteure des sächsischen Innovationssystems entsprechend unterstützen.

Die intelligente Spezialisierung Sachsens basiert auf folgenden Grundsätzen:

  • Branchen- und Technologieoffenheit
    Jede Branche und jede Technologie kann umsatz- und beschäftigungswirksame Innovationen hervorzubringen. Deshalb ist eine grundsätzliche Offenheit von großer Bedeutung. Für staatliche Unterstützungsmaßnahmen soll das wirtschaftliche und technologische Potenzial für die Entwicklung des Freistaates entscheidend sein.
    Die Technologieoffenheit ermöglicht die Förderung von Vorhaben in Bereichen, deren Entwicklung sich derzeit kaum abschätzen lässt, künftig aber bis zur Entstehung neuer Branchen führen kann. Da bei diesen neuen Entwicklungen jedoch das Risiko einer erfolgreichen Markteinführung häufig besonders hoch ist, soll die Unterstützung gerade dieser Vorhaben möglich sein. Dank der Technologieoffenheit soll die technologische Vielfalt – eine besondere sächsische Stärke – nicht verloren gehen.
  • Mix aus Vielfalt und Spezialisierung
    Häufig wird der Branchenstruktur und dem Spezialisierungsgrad eine zentrale Bedeutung für das Leistungspotenzial und die Zukunftsfähigkeit einer Region zugeschrieben. Zahlreiche Studien zeigen jedoch, dass ein hoher Spezialisierungsgrad einer Region auch einen negativen Einfluss auf die Wirtschaftsentwicklung (z. B. gemessen am Beschäftigungswachstum der Region) haben kann. Des Weiteren ist eine Region umso anfälliger für exogene Schocks, je spezialisierter sie ist. Besonders in Krisenzeiten hat sich die breite wirtschaftliche Basis Sachsens bewährt. Für die Region ist es daher wichtig, nicht von einer Branche oder einer Technologie allein abhängig zu sein, sondern diversifizierte Stärken zu besitzen.

 

 

 

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Intelligente Spezialisierung

»[Die Regionen sind nur so] in der Lage, ihre Anstrengungen und Mittel auf die Bereiche zu konzentrieren ...« + Symbol

»[Die Regionen sind nur so] in der Lage, ihre Anstrengungen und Mittel auf die Bereiche zu konzentrieren, in denen sie wirklich Spitzenleistungen erbringen, um sich im weltweiten Wettbewerb behaupten zu können.« - Symbol

Quelle: Europäische Kommission (2011): Pressemitteilung: Für mehr Innovation in EU-Regionen: Europäische Kommission startet Forum für intelligente Spezialisierung, IP/11/776

Holistisches Innovationskonzept

Schema des Holistischen InnovationskonzeptesIcon Bild vergrößern

Quelle: SMWA

* Produktinnovationen: Marktneuheiten, Imitationen, inkrementelle Innovationen;
In Anlehnung an die Begriffsabgrenzung des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI)

gefördert durch

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    Quelle: SMWA

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